Was ist ein Trauma?

Wenn Menschen in Situationen geraten, die sie als lebensbedrohlich empfinden und danach nicht schaffen sich wieder zu beruhigen und das Erlebte zu verarbeiten, bleiben sie in dieser Situation „gefangen“. Der Betroffene hat dann ständig das Gefühl, dass er sich noch in der lebensbedrohlichen Situation befindet, obwohl sie schon längst vorbei ist. Die Folge ist, dass das Nervensystem sich ständig in Alarmbereitschaft befindet. Der Mensch lebt nicht mehr im „Hier und Jetzt“, sondern in der Vergangenheit und nimmt die Welt nur noch durch seine „Traumabrille“ wahr.

Grundsätzlich kann man zwischen Schock und Entwicklungstraumata unterscheiden.

Schocktraumata werden durch Ereignisse ausgelöst, die zu schnell, zu plötzlich und heftig auftreten.Dazu können Unfälle, Gewalterlebnisse oder sexuelle Übergriffe zählen.

Entwicklungstraumata entstehen, wenn Menschen sich in der Kindheit nicht ihren Anlagen entsprechen entwickeln konnten. Sie mussten „Alternativ-Strategien“ entwickeln und sich anpassen, um überleben zu können. Eine häufige Ursache dafür ist emotionale Vernachlässigung.

Die Folgen von Traumatisierungen können sich unterschiedlich äußern. Entweder sind Menschen „überkoppelt“, „hochgefahren“, reizbar, ständig aktiv, unausgeglichen und können keine Ruhe ertragen. Oder sie befinden sich in einer Art inneren Starre, haben das Gefühl, dass das Leben an ihnen vorbeizieht, dass sie nicht so sein können, wie sie eigentlich sind, dass sie „in sich gefangen“ sind. Beide haben keinen Toleranzbereich mehr, in dem sie sich wohlfühlen, in dem sie im Einklang mit sich selbst sein können.

In der Traumafachberatung geht es darum, Menschen wieder zu stabilisieren und ihnen Mittel und Werkzeuge in die Hand zu geben, um ihr Nervensystem wieder eigenständig regulieren zu können.